Frizzly Bears Aachen beim Love at First Flight 2018 in Hasselt (BE)

Niklas Rieken

3. – 5. August 2018

Freitag Nachmittag fuhren wir mit vier Autos aus Aachen in das circa 60 Kilometer entfernte Hasselt in Belgien. Das dort ansässige Ultimate-Team Diabolic Heaven veranstaltete zum zehnten Mal das Love at First Flight (LAFF), ein vor allem für Anfänger ausgelegtes Turnier (für männliche Spieler gibt es eine Erfahrungsbeschränkung auf drei Jahre). Nach schnellem Aufbauen der Zelte nutzten wir die Möglichkeit Spieler anderer Teams schon vorab kennenzulernen und einige Outdoor-Spiele wie Spikeball oder Kubb zu spielen.

Abweichend vom traditionellem Ultimate (7er Teams) wird auf dem LAFF in 5er Teams gespielt. Auch das Spielfeld ist dementsprechend etwas kleiner. Gespielt wurden 40 Minuten pro Spiel oder bis ein Team 15 Punkte erreicht hat. Wir starteten als Frizzly Bears Aachen in der Open Division, d.h. anders als in der Mixed Division gibt es keine Restriktion darüber wie viele Frauen gleichzeitig auf dem Spielfeld stehen müssen. In der Open Division spielten 16 Teams in vier Gruppen. Die ersten beiden jeder Gruppe wurden wieder aufgeteilt in zwei neue Gruppen. Danach kamen die wieder die jeweils zwei besten Teams aus jeder Gruppe weiter in ein Halbfinale und schließlich ins Finale.

Den Wecker für Samstag stellten wir auf 7.30 Uhr, damit wir vor unserem ersten Spiel um 9.00 Uhr noch eine Kleinigkeit frühstücken konnten. Das Spiel gegen die Adrénalinnes starteten wir recht stark, sodass wir uns recht schnell eine 5–3-Führung erarbeiteten konnten. Dann stellte das belgische Team jedoch von einer reinen Mann-Verteidigung auf eine Raumdeckung um. Für die meisten unserer Spieler war dies eine völlig neue Art zu spielen und dementsprechend taten wir uns ab diesem Zeitpunkt recht schwer, sodass wir das Spiel mehr und mehr aus der Hand gaben und letztendlich nur noch einen weiteren Punkt erzielen konnten. Das Spiel endete 6–11.

Nach der Niederlage im ersten Spiel standen wir gegen unseren zweiten Gegner Die Hard Lerkeveld direkt unter Zugzwang. Das Spiel begann auf Augenhöhe und einigen wechselnden Führungen. Bei den tropischen Temperaturen von zeitweise über 35°C und unter Einfluss der prallen Sonne gingen alle Spieler an ihre Grenzen, was besonders bei einem Punkt mit 11 Turnovern spürbar wurde, den wir schlussendlich doch auf das Aachener Scoreboard bringen konnten. Damit war auch der Widerstand bei Lerkeveld gebrochen und wir konnten uns etwas absetzen und am Ende das Spiel mit 10–7 gewinnen.

Foto aus dem Halbfi nale gegen Ostend Sea Freeze. Gerade an der Scheibe mit der Nummer 91 ist Lennard Kaven.

Im letzten Gruppenspiel hatten wir mit Disco Duro unseren direkten Konkurrenten um Platz 2 in der Vorrunde. Nach einem etwas langsamen Start mit einigen individuellen Fehlern lagen wir früh mit zwei Punkten Rückstand hinten. Nach starkem Kampf insbesondere in der Defense konnten wir das Spiel jedoch noch vor der Halbzeit umreißen und letztendlich mit 8–6 für uns entscheiden.

Durch den letzten Sieg erreichten wir die zweite Runde im oberen Pool, das heißt wir waren weiterhin auf Kurs um die vorderen Plätze mitzuspielen. Wir setzten uns als Ziel die ersten beiden Spiele in dieser zweiten Runde ebenfalls zu gewinnen um bereits Samstag den Einzug ins Halbfinale klar zu machen und das erste Spiel am Sonntag Morgen ohne Druck angehen zu können.

Der erste Gegner in Runde 2 waren für uns Gentle Rockets, die ihre Vorrundengruppe gewonnen haben. Das Team bestand aus überwiegend jungen Spielern, sodass wir physisch sicherlich etwas überlegen waren, was auch bei einem körperlosem Sport wie Ultimate nicht von Nachteil ist. Wir konnten uns nach einer Anfangsphase auf Augenhöhe nach ein paar Punkten eine Führung herausspielen und diese Führung schließlich über die Zeit bringen. Der Endstand war 10–7.

Unser letzter Gegner am Samstag waren die Baby Unicorns of Love, die sich in einem unverkennbaren Outfit auf das Feld stellten. Das Team bestand aus nur sieben Spielern insgesamt und hatte wie alle anderen einen langen Tag voller Ultimate Frisbee hinter sich – gegen unseren 13-köpfigen Kader reichte die Kondition dann nicht mehr, selbst das Aufbauspiel konnte von unserer Defense im Wesentlichen unterbunden werden. Damit fiel der Sieg mit 13–2 ziemlich hoch aus, dennoch waren wir von der kämpferischen Einstellung der BUL sehr beeindruckt.

Das erste Spiel am Sonntag startete wieder sehr früh um 9.00 Uhr gegen Flywinchester. Unsere Gegner wirkten nach der Nacht deutlich besser erholt und waren einfach wacher als wir, sodass wir früh mit 0–5 in Rückstand gerieten. Dies war nicht schlimm, da wir uns genau für diesen Fall den Puffer in den ersten beiden Runde-2-Spielen erarbeitet haben, jedoch hatten wir uns nicht vorgestellt direkt so unter die Räder zu kommen. Nach der Halbzeit konnten wir zumindest ein paar Ehrenpunkte einfahren, teilweise auch mit experimentelleren Spielzügen. Am Ende mussten wir das Spiel dennoch mit 3–15 verloren geben. Dem Halbfinale stand diese Niederlage aber nicht im Weg.

Dem Team von Ostend Sea Freeze sind wir bereits im letzten Jahr gleich zwei Mal begegnet. Schon damals mussten wir uns in beiden Spielen knapp geschlagen geben, sogar mit einem deutlich erfahrenerem Kader – von diesem sind im Übrigen nur zwei in diesem Jahr wieder dabei gewesen. Dies motivierte uns umso mehr es in diesem Jahr besser zu machen und tatsächlich lieferten wir in diesem Spiel das beste Ultimate an diesem Wochenende von uns ab. Wir konnten in den ersten beiden Punkten unsere eigene Offense ohne Turnover zu Punkten durchbringen und anschließend ein Break (ein Punkt erzielen, den mal als Defense gestartet hat) gegen uns mit einem Break von unserer Seite aus beantworten: 3–3. Danach gerieten wir jedoch in einen Rückstand, da die Sea Freeze Offense einerseits sehr stark war, andererseits aber auch einige Calls machte (d.h. Regelverstöße meldete), die zumindest fragwürdig waren und dabei selbst nicht zu einsichtig war bei eigenen Fouls. Nach der Halbzeit konnten wir uns noch einmal rankämpfen, unterlagen jedoch am Ende mit 7–9, einem Ergebnis aus dem letzten Jahr gegen das Team. Nicht begeistert, aber doch zufrieden mit der Leistung begaben wir uns ins Spiel um Platz 3, während Sea Freeze gegen Funk-a-delic im Finale stand, wo diese jedoch 8–10 unterlagen.

Frizzly Bears Aachen. Obere Reihe: Julian Müller, Michael Scholkemper, Max Kehder, Thomas Lentzen, Lukas Hein, Jonas Höttges, Anne Bürkel. Untere Reihe: Niklas Rieken, Dustin Frings, David Reimert, Lennard Kaven, Patrick Scheffe, Florian Kaven.

 

Im kleinen Finale trafen wir erneut auf Flywinchester vom Spiel am Morgen. Dieses Mal starteten wir nicht so schwach und konnten die ersten Punkte auf Augenhöhe bleiben. Erst nach zwei Breaks beim Stand von 3–4 ließen wir etwas abreißen. Wir konnten zum Ende hin wieder Punkte gut machen, verloren aber auch dieses zweite Spiel gegen Flywin mit 6–11. Zumindest konnten wir also unsere Leistung sowohl in Offense, als auch Defense verbessern.

Im Ultimate Frisbee hat der Spirit of the Game einen hohen Stellenwert, deshalb wollen wir auch darüber noch ein paar Worte verlieren. Erwartungsgemäß war die Kommunikation und Einstellung auf dem Turnier sehr umgänglich zwischen fast allen Teams, lediglich bei unserem Halbfinalgegner Sea Freeze war die übereinstimmende Meinung aller ihrer Gegner, dass sie gelegentlich etwas fairer hätten sein sollen und freundlicher zu ihren Gegen- und auch Mitspielern hätten sein können. Wir Frizzly Bears landeten im Spirit Ranking auf einem geteilten zweiten Platz und führen die Wertung bei Positive Einstellung sogar turnierweit an. Spiritsieger wurde das Team aus Lerkeveld, denen wir diesen Sieg nach unserem Vorrundenspiel auch sehr gönnen.

Wir bedanken uns außerdem bei den Veranstaltern von Diabolic Heaven, die in diesem Jahr erneut sehr hingebungsvoll und professionell ihr LAFF ausgerichtet haben. Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir auch nächstes Jahr wieder ein Team stellen möchten.